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Psychologie der Täuschung oder Politik als ein Spiel mit der Wahrheit

Beitrag 22: Eva Annabelle Blume über Arthur Schnitzler

Das wichtigste im menschlichen Verkehr bleibt immer: die Leute bei schlechtem Gewissen zu erhalten.

Sich durchschauen zu lassen – das ist keineswegs immer Gleichgültigkeit oder Unvorsichtigkeit. Oft ist es nur eine vornehme Geste, wenn nicht gar die feinste Art, die Menschen irre zu führen.

Wenn man mit einem Politiker von guten Manieren und einiger Klugheit in eine Unterhaltung gerät, macht man meistens die überraschende, aber sympathische Entdeckung, daß er eigentlich gar nicht zu seiner Partei gehört.

Bei Schnitzlers psychologisch geprägten Aphorismen muss man auf der einen Seite bedenken, dass Schnitzler selber Arzt und Psychoanalytiker war. Auf der anderen Seite sollte man berücksichtigen, dass Schnitzler sich kritisch mit Sigmund Freuds Psychoanalyse auseinandergesetzt hat – wie Perlmann in folgenden Worten ausführt: „Das Postulat der Unverzichtbarkeit ethischer Verantwortung trennt Schnitzler von Freuds konsequentem Determinismus. In einer Reihe von vertraut gemachten Äußerungen setzt er sich en détail mit der Psychoanalyse auseinander. Er kritisiert einen nach seiner Einschätzung zu dogmatischen Umgang mit Theoremen wie etwa dem Ödipuskomplex und seinem weiblichen Komplement, dem Kastrationskomplex, die von Freud nicht als pathologische, sondern regelmäßig Phänomene der psychischen Entwicklung angesehen werden. Überhaupt kann Schnitzler mit dem Rückgriff auf die Kindheit und infantile Sexualität wenig anfangen. Er bezweifelt ferner, dass der Gegensatz der Libido der Todestrieb, also der Trieb zur Selbstvernichtung, ist, statt, was er für wahrscheinlicher hält, die Lust an der Vernichtung anderer Menschen. Schließlich beanstandet er auch eine zu eindimensionale erotische Deutung von Traumsymbolen.“| 1 |
Indem Freud Perlmann zufolge davon ausgeht, dass die Triebe das Verhalten des Menschen determinieren, reduziert Freud den Menschen so auf seine Triebe. Nach Freud selbst haben die Triebe des Menschen ihr Reservoir in der Instanz des Es: „Die älteste dieser psychischen Provinzen oder Instanzen nennen wir das Es; sein Inhalt ist alles, was ererbt, bei Geburt mitgebracht, konstitutionell festgelegt ist, vor allem also die aus der Körperorganisation stammenden Triebe, die hier [im Es] einen ersten uns in seinen Formen unbekannten psychischen Ausdruck finden.“| 2 | In einer Fußnote von F. W. Eickhoff zu diesem Abschnitt ist vermerkt, mit welcher hohen Wichtigkeit man die Instanz des Es bemessen solle. „Dieser älteste Teil des psychischen Apparates bleibt durchs ganze Leben der wichtigste. An ihm hat auch die Forschungsarbeit der Psychoanalyse eingesetzt.“| 3 | So hat sich nach Freud die zweite Instanz des psychischen Apparats gar aus dem Es gebildet. „Unter dem Einfluß der uns umgebenden realen Außenwelt hat ein Teil des Es eine besondere Entwicklung erfahren. Ursprünglich als Rindenschicht mit dem Organ zur Reizaufnahme und den Einrichtungen zum Reizschutz ausgestattet, hat sich eine besondere Organisation hergestellt, die von nun an zwischen Es und Außenwelt vermittelt. Diesem Bezirk unseres Seelenlebens lassen wir den Namen des Ichs.“| 4 | Das Ich fungiere demzufolge zwar als Gegenpol zum Es, aber es sei nur aus dem Es erwachsen, es werde ihm nicht entwachsen, sondern von dem Es beziehungsweise den Trieben determiniert bleiben.
Dass den Trieben solch eine Wichtigkeit und Dominanz gebührt, hat Schnitzler zur Recht angezweifelt und ihnen die Übernahme von Verantwortung| 5 | entgegengestellt. Statt der Triebe von Freud wird der Mensch nach Edgar Piel von Vorstellungen der Wirklichkeit bestimmt: „Der Mensch wird offenbar in weitaus weniger Lebensbereichen, als man früher glaubte, von einem blinden Trieb vorangetrieben; vielmehr wird er von Vorstellungen motiviert, er wird von Vorstellungen, die er z. T. schon in einer sehr frühen Sozialisationsphase gewonnen, z. T. aber auch aus seiner geistig-kulturellen Sphäre nach und nach vermittelt bekommen hat, vorwärts gebracht. Es sind diese Vorstellungen der Wirklichkeit, die ihm in der Wirklichkeit Orientierung geben und mit deren Hilfe er sich in die Wirklichkeit hineinbegibt.“| 6 | Obwohl diese Vorstellungen nicht der Wirklichkeit entsprechen, richtet sich der Mensch nach ihnen. Wenngleich ein Teil der Vorstellungen dem Kind von den Eltern oder später mehr von seinem sozialen Umfeld vermittelt wird, trägt es – insbesondere mit zunehmenden Alter – eine (Mit-)Verantwortung dafür, ob es diese Vorstellungen genauso übernimmt oder ob es sie noch weiterentwickelt. Da die Vorstellungen der Wirklichkeit nur eine Interpretation dieser sind, trägt der Mensch auch Verantwortung, wenn er von Täuschungen motiviert wird.| 7 |
Nach Freud solle man aber noch eine dritte Instanz berücksichtigen:
Als Niederschlag der langen Kindheitsperiode, während der der werdende Mensch in Abhängigkeit von seinen Eltern lebt, bildet sich in seinem Ich eine besondere Instanz heraus, in der sich dieser elterliche Einfluß fortsetzt. Sie hat den Namen des Über-Ichs erhalten. Insoweit dieses Über-Ich sich vom Ich sondert oder sich ihm entgegenstellt, ist es eine dritte Macht, der das Ich Rechnung tragen muss.| 8 |
Diese dritte Instanz des Über-Ichs „beobachtet das Ich, gibt ihm Befehle, richtet es und droht mit Strafen“| 9 |. Deshalb „empfinde[t] [man] sie in ihren richterlichen Funktionen als Gewissen.“| 10 |
Allerdings kritisiert Schnitzler Perlmann zufolge auch Freuds Instanzenmodell: Bei Schnitzlers „Überlegungen hat sich der Schwerpunkt auf das ‚Mittel- bzw. Halbbewußte’ verlagert, das als Vermittlungsinstanz zwischen dem Bewußten und Unbewußten fungiert.“| 11 | In einem längeren Aphorismus, der mit „Psychologische Literatur“| 12 | betitelt ist, ist Schnitzler auch auf diese Schwerpunktsetzung eingegangen:

Man entdeckte ferner – und dies war vielleicht das Wesentliche – eine Art fluktuierendes Zwischenland zwischen Bewußtem und Unbewußtem. Das Unbewußte fängt nicht sobald an, als man glaubt, oder manchmal aus Bequemlichkeit zu glauben vorgibt (ein Fehler, dem die Psychoanalytiker nicht immer entgehen). Die Begrenzung zwischen Bewußten, Halbbewußtem und Unbewußten so scharf zu ziehen, als es überhaupt möglich ist, darin wird die Kunst des Dichters vor allem bestehen.| 13 |

Nach dieser Akzentuierung befindet sich das Halb- oder Mittelbewusste zwischen dem Unbewussten und dem Bewussten. Freud hingegen spricht von einem vorbewussten Bereich zwischen dem Unbewussten und dem Bewussten: „Alles Unbewußte, das sich so verhält, so leicht den unbewußten Zustand mit dem bewußten vertauschen kann, heißen wir darum lieber bewußtseinsfähig oder vorbewußt.“| 14 | Während bei Freud der vorbewusste Bereich nur eingeführt wird, um das Unbewusste von dem Bewussten unterscheiden zu können, erachtet Schnitzler das Halb- oder Mittelbewusstsein für wesentlicher als die anderen beiden Ebenen:

Das Mittelbewußtsein wird überhaupt im Ganzen zu wenig beachtet. Es ist das ungeheuerste Gebiet des Seelen- und Geisteslebens; von da aus steigen die Elemente ununterbrochen ins Bewußte auf oder sinken ins Unbewußte hinab.
Das Mittelbewußtsein steht ununterbrochen zur Verfügung. Auf seine Fülle, seine Reaktionsfähigkeit kommt es vor allem an. Darauf auch, ob der Verkehr zwischen dem Mittelbewußten einerseits und dem Mittelbewußten und dem Unterbewußten andererseits, sich ohne Störung, ob es sich rasch oder langsam vollzieht usw.
Das Mittelbewußtsein verhält sich zum Unterbewußtsein wie der Schlummer zum Scheintod. Der Schlummernde läßt sich immer ohne Mühe erwecken, der Scheintote nicht (wenigstens nicht immer). Die Psychoanalyse wirkt viel öfter auf das Mittelbewußtsein als (wie sie glaubt) auf das Unterbewußtsein.
Manches, vielleicht das Meiste, was sie in das Unbewußtsein verlegt, ist im Mittelbewußtsein zu suchen.
Sowohl Elemente des Überich, wie auch Elemente des sogenannten Es finden sich im Mittelbewußtsein wie im Unterbewußtsein. Wo sich die verschiedenen Elemente befinden, das macht zum Teil die Unterschiede von Individualitäten aus.| 15 |

Nach Schnitzler fungiert das Mittelbewusstsein als Schnittstelle, in der Elemente anderer Ebenen zusammentreffen: Selbst Anteile, die Freud im Es beziehungsweise im Unbewusstsein verortet hätte, und Anteile des Über-Ichs finden sich in Schnitzlers Mittelbewusstsein wieder. Ob man den Terminus ‚Unbewusstsein’ oder ‚Unterbewusstsein’ verwendet, ist von der Verortung dieser Instanz abhängig. Da Schnitzler diese Instanz unter dem Mittelbewusstsein anordnet, gebraucht er den Begriff ‚Unterbewusstein’.
Wo nach Perlmann „eine Bewußtwerdung abgelehnt wird, entsteht dagegen moralische Schuld.“| 16 | Im folgenden Aphorismus von Schnitzlers wird die Verortung der Schuld expliziert:

Hinter unser Tat höllenweit, nie völlig zu begreifen, liegt das, was wir Schuld – in Himmelsferne, von unserem sterblichen Auge nicht zu erschauen, das, was wir Vergeltung nennen dürfen. Doch daß beide sind, Schuld wie Vergeltung, dafür zeugt, was mit uns geboren, ohne Unterlaß im Takt unserer Herzen schlägt – das Gewissen.| 17 |

Bei Schnitzler begründen demnach Kategorien der Schuld und Vergeltung das Gewissen. Wer ein hohes Maß an Schuld trägt oder zumindest empfindet, hat meistens ein schlechtes Gewissen. Inwiefern ein schlechtes Gewissen geradezu das Verhalten der Menschen zu einander bestimmt, führt folgender Aphorismus Schnitzlers aus:

Das wichtigste im menschlichen Verkehr bleibt immer: die Leute bei schlechtem Gewissen zu erhalten.| 18 |

Wenn man die Leute bei schlechtem Gewissen erhält, verfügt man über sie, ohne Verantwortung für ihr Handeln übernehmen zu müssen. Wer ein schlechtes Gewissen hat, sucht die Schuld weniger bei Anderen, sondern meistens nur bei sich selbst. Wenn man als angeblicher Lehrer oder Aufklärer mit anderen Menschen verkehrt, kann man Anderen leichter negative Verhaltensweisen oder Schwächen auferlegen. Durch die Ambiguität des Worts ‚Verkehr’ gilt das für alle möglichen Beziehungskonstellationen. Wenn andere Menschen die Täuschung des postulierten Aufklärers irgendwann durchschauen (sollten), ist es meistens zu spät, da sie den Glauben an die auferlegten Schwächen nicht mehr (vollständig) ablegen können und ihnen nach wie vor Zweifel an dem eigenen Selbst bleiben.
Dass ein Irrtum allerdings gerade darin bestehen kann, dass man meint, die tatsächlichen Absichten eines Menschen erkannt zu haben, führt der nächste Aphorismus von Schnitzler aus:

Sich durchschauen zu lassen – das ist keineswegs immer Gleichgültigkeit oder Unvorsichtigkeit. Oft ist es nur eine vornehme Geste, wenn nicht gar die feinste Art, die Menschen irre zu führen.| 19 |

Dieser Aphorismus nimmt insofern eine Umkehrung des vorherigen vor, als dass hier jemand beabsichtigt, Andere in den Glauben zu versetzen, sein Verhalten durchschaut zu haben. Die Menschen im Glauben zu lassen, dass sie etwas durchschaut oder erkannt haben, ist oft eine – wenngleich eher eigennützige, hinterhältige – Höflichkeit.
Wenn man versucht, andere Menschen in ihrem Verhalten einzuschätzen, muss man demnach die Gefahr der Täuschung einkalkulieren. Dennoch soll es eine Möglichkeit geben, nicht nur das Verhalten sondern gar das Wesen des Menschen zu berechnen – wie folgender Aphorismus von Schnitzler ausführt:

Das Wesen eines Menschen läßt sich durch drei schlagkräftige Anekdoten aus seinem Leben vielleicht mit gleicher Bestimmtheit berechnen, wie der Flächeninhalt eines Dreiecks aus dem dreier fixer Punkte zueinander, deren Verbindungslinien das Dreieck bilden.| 20 |

Wenn man drei aussagekräftige Situationen aus dem Leben eines Menschen ausmachen kann, lässt sich demnach schließen, wie er sich sonst verhielte. Hier wird die Lehre der Dreiecke, die Trigonometrie, als anthropologische Lehre angewendet. Es stellt sich jedoch die Frage, welche drei Situationen und die ihnen zugehörigen Verhaltensweisen es sind, auf die sich ein Mensch reduzieren lässt. Schnell kann man sich darin täuschen, eine Situation als so wichtig einzuschätzen oder man vernachlässigt eine andere Situation, obwohl nur diese das fehlende Berechnungsglied gewesen wäre. Diese Berechnung ist demnach mehrfach zu prüfen und bedarf einiger Zeit. Aber auch nach mehrfachen Prüfungen muss man nach wie vor die Möglichkeit der Täuschung einkalkulieren.
Wenn man von drei aussagekräftigen Situationen nicht nur andere Situationen, sondern auch auf die dazugehörigen Verhaltensweisen eines Menschen schließt, degradiert man den Menschen auf diese bestimmten Verhaltensweisen und attribuiert aus diesen seine weiteren Reaktionen. Man legt den Menschen fest, stellt die Verhaltensweisen als unveränderbar hin, man typisiert ihn, am Ende stigmatisiert man ihn.
Abgesehen von dieser negativ gefärbten Sicht sollte man bei diesem Aphorismus berücksichtigen, dass Schnitzler in seinen Schrift Der Geist im Wort und Der Geist in der Tat| 21 | davon ausgeht, dass man anhand des Wesens eines Menschen seinen Urtypen erkennen kann. Dass sich Der Geist im Wort und Der Geist in der Tat in Schnitzlers Aphorismen und Betrachtungen befinden, ist ein Indiz dafür, dass diese Schriften mit vielen Aphorismen in Zusammenhang stehen, insbesondere mit den Aphorismen aus dem Kapitel Zu den Diagrammen| 22 |. Zur Darstellung der Urtypen hat Schnitzler zwei Diagramme erstellt, die mit Bedacht aus zwei aneinandergelegten Dreiecken bestehen, die zusammen ein Quadrat ergeben. Das Diagramm soll das Verhältnis der Urtypen zueinander aufzeigen; es soll deutlich machen, welche Urtypen als Gegensätze zueinander fungieren.| 23 |

Mit den Bezeichnungen, die hier angewandt sind (Priester, Staatsmann, Philosoph, Historiker, Dichter, Pfaffe, Politiker, Sophist, Journalist, Literat), sind keineswegs Berufsarten oder spezifische Begabungen gemeint, sondern eben Geistesverfassungen, zu denen die entsprechenden spezifischen Begabungen eine größere oder geringere Affinität besitzen und deren Vorhandensein die Repräsentanten der betreffenden Typen zu den entsprechenden Berufen zu disponieren pflegt.| 24 |

Der Geist im Wort, der Geist in der Tat

Bei den jeweiligen Urtypen handelt es sich demnach nicht um Berufe des Menschen, wenngleich manche Wörter das suggerieren. Mit den Bezeichnungen ist eine bestimmte Geistesverfassung gemeint, „die angeboren, einheitlich und unveränderlich ist.“| 25 | Den Urtypus für angeboren zu erklären, bedeutet, den Menschen auf diesen festzugelegen. So werden dem Menschen die Möglichkeiten verwehrt, sich im Laufe des Lebens zu verändern. „Es gibt keine Übergänge von den positiven zu den negativen Typen, vom Menschen, wie wir die Repräsentanten im obern, zum Un-Menschen, wie wir die Repräsentanten im untern Dreieck nennen dürfen.“| 26 | Wenn zwischen den Urtypen schon keine Übergänge vorhanden sind, gesteht Schnitzler nach folgendem Aphorismus immerhin Übergänge zwischen den Individualitäten zu:

Es gibt Übergänge zwischen den Individualitäten, aber nicht zwischen den Typen.
Es gibt selbstverständlich eine unendliche Reihe von Individualitäten, und man kann sie nicht nur nach verschiedener Weise aneinanderreihen, nicht nur nach den Geistesverfassungen, sondern auch nach den Begabungen, nach den Anlagen, nach der Leistungsfähigkeit.
Aber auch im Individuum ist die Geistesverfassung als solche streng abgegrenzt.| 27 |

Schnitzler meint zwar, dass „eine eingehende Betrachtung und mehr noch der Blick des Menschenkenners [...] den eigentlichen Kern, [...] die ursprüngliche und einheitliche Geistesverfassung, [...] den Urtypus mit Sicherheit zu diagnostizieren“| 28 | vermag. Aber nach dem vorherigen Aphorismus sind die Grenzen zumindest zwischen den Individualitäten nicht fest und können verschwimmen. Allerdings können selbst bei den Urtypen Analogien zwischen diesen zu Täuschungen und Fehldiagnosen führen.| 29 |
So können mehrere Urtypen zum Beispiel die Ambition haben, als Künstler zu gelten. Deshalb nimmt der Künstler nach einem längeren Aphorismus von Schnitzler „eine ganz besondere Stellung ein [...] und kann irgendeine Geistesverfassung haben, kann abgesehen von seinem spezifischen Talent Philosoph, Historiker, Dichter und noch manches andere sein“| 30 |. Da der Künstler demnach in mehreren Urtypen auftreten kann, bleibt es fraglich, ob sich sein Wesen immer berechnen lässt oder ob es unberechenbar und geheimnisvoll bleibt.
Inwiefern das Geheimnisvolle den Künstler geradezu ausmacht, verdeutlicht Schnitzlers nächster Aphorismus:

Um den Künstler ist ein geheimnisvolles Element, durch dessen Medium er die Umwelt unvergleichlich stärker zu erfassen vermag als irgendein anderer Mensch, und das ihn doch zugleich unerbittlicher von ihr abschließt, als die dickste Mauer es vermöchte.| 31 |

Das Geheimnis, hinter dem sich der Künstler verbirgt, macht ihn auf der einen Seite interessant für die Gesellschaft, auf der andern Seite schließt es ihn auch wieder von der Gesellschaft ab. Künstler sind häufig sensibler als andere Menschen und vermögen die Umwelt und ihr Verhalten stärker oder treffender in ihren Werken zu erfassen. Worin manche Eigenschaften gründen, die der Künstler für die Herstellung und Entstehung seiner Kunstwerke für sinnvoll oder zumindest für notwendig erachtet, versucht er im Dunkeln zu belassen. Würde der Künstler sein Geheimnis preisgeben, bestünde die Gefahr, dass man seine Kunst nachahme und seine Werke an Originalität verlieren. Der Künstler möchte eher selbst die Umwelt mit seinem Geheimnis verwirren und täuschen, wenngleich er seine Anerkennung dadurch aufs Spiel setzt. Denn der Künstler bleibt lieber unverstanden, als dass er sich in seinem Geheimnis durchschauen ließe.
Wenn man den Künstler dem Politiker gegenüberstellt, legt manch ein Politiker analog zu dem Künstler wechselhafte Verhaltensweisen an den Tag. Allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass der Politiker im Gegensatz zu dem Künstler nach Schnitzler als Urtypus fungiert.| 32 | Die Geistesverfassung des Politikers mag demzufolge einem Menschen zu attestieren sein, aber die Art und Weise dieser bleibt unberechenbar – wie sich mit folgendem Aphorismus von Schnitzler explizieren lässt:

Wenn man mit einem Politiker von guten Manieren und einiger Klugheit in eine Unterhaltung gerät, macht man meistens die überraschende, aber sympathische Entdeckung, daß er eigentlich gar nicht zu seiner Partei gehört.| 33 |

Bei einem Politiker rechnet man eher damit, dass er sich seiner Partei gegenüber loyal verhält und sich ihren Positionen anschließt. Wenn er allerdings klug genug ist oder dementsprechend auftritt, um sich durch eigene Meinungen auch gegen seine Partei zu erheben, kann er einem gerade deswegen sympathisch erscheinen. Bei der Frage, inwiefern Politiker mit dem Strom ihrer Partei schwimmen (müssen), sollte man als Bürger die Möglichkeit berücksichtigen, dass Manieren und Klugheit aufgesetzt sein können. Die Übergänge zwischen Politik und dem Alltagsleben, in dem der Bürger mit dem Politiker in eine Unterhaltung gerät, sind zwar fließend, aber manchmal ist die Diskrepanz zwischen Politik und dem ‚sonstigen Leben’ recht groß. Wegen dieser Diskrepanz sollte der Bürger erst mal anzweifeln, ob sich ein Politiker auch außerhalb der Unterhaltung so äußert. Wenn die Klugheit und diese Manieren nur in der Unterhaltung geäußert oder gezeigt werden, sind sie nur Maske oder Pose, wodurch der Politiker den Bürger besänftigen will. Dieses Täuschungsmanöver passt eher zu dem negativen Urtypus des Politikers| 34 |, als dass er seiner Partei wirklich widerspricht, also auch wenn er vor Parteimännern steht.
Der Politiker fungiert als Gegensatz zum positiven Urtypus des Staatsmanns| 35 |, wenngleich auch einem Politiker manchmal die Aufgaben eines Staatsmann anvertraut und er sie angemessen übernimmt. Man sollte berücksichtigen, dass sich aus heutiger Perspektive die Typen ‚Politiker’ und ‚Staatsmann’ noch stärker überschneiden.

Für den Politiker wie für den Pfaffen, ja für alle Typen des negativen Gebiets, gilt als Lebensregel jener bekannter Spruch, daß der Zweck die Mittel heilige. Im positiven Gebiet gilt dagegen das Wort, daß niedrige Mittel imstande sind, auch den edelsten Zweck zu entheiligen.| 36 |

Der für negative Typen wie den Politiker geltende Spruch, dass der Zweck die Mittel heilige, wird für den positiven Typen wie den Staatsmann umgekehrt: So niedrig die Mittel auch sind, sie können gar den edelsten Zweck entwerten.
Den Politiker als so einen negativen Typus anzusehen, liegt in Schnitzlers Misstrauen gegenüber der Politik| 37 | begründet. Demzufolge sollte der Bürger der Politik oder den Politikern mit Skepsis gegenübertreten. Denn nach einem längeren Aphorismus von Schnitzler ist

[a]uf drei Lebensgebieten eine solche Kontrolle praktisch nicht durchführbar, auf den Gebieten der Politik, des Journalismus und der Spekulation. Und so ist hier, wo leere Geschäftigkeit sich am ehesten als ernstgemeinte Tätigkeit, nichtiges oder zwecktrübes Geschwätz als inhaltsvolle und sachliche Rede – kurz: wo Aktivität sich als Produktivität aufzuspielen vermag, der geeignetste Tummelplatz für solche Unruhestifter von Anlage, Beruf und Geschäft. Ihrem unwiderstehlichen angeborenen Drang folgend, sind sie nur darauf bedacht, ohne einen inneren oder äußeren Anlaß abzuwarten, das Räderwerk ihres Wesen in Gang zu setzen, das dann wie eine kunstvoll-nutzlose Maschine hungrig im Leeren läuft, zu nichts anderem gut, als Lärm zu verbreiten und oft genug im näheren und auch ferneren Umkreis Unheil anzurichten.| 38 |

Da demzufolge die Bereiche der Politik, des Journalismus und der Spekulation als Nährboden für Konflikte, Unruhe und Sensationsgier fungieren, muss man als Bürger in diesen Bereichen immer mit Täuschungen rechnen. Wenn sich die Worte von Politiker nur als Geschwätz herausstellen können, sollte der Bürger sie dann ignorieren? Mit einem weiteren Aphorismus von Schnitzler lässt sich diese Frage wie folgt beantworten:

Was soll mir das Geschwätz? Ich habe mich in meinem Leben nicht um Politik gekümmert!
Was hilft's dir, mein Freund? Sie kümmert sich um dich in jedem Augenblick deines Lebens!| 39 |

Demnach ist es nicht hilfreich, das Geschwätz der Politiker außer Acht zu lassen. Denn wenn man dieses Geschwätz nicht berücksichtigt und somit gegenseitige Ignoranz herstellen möchte, greift die Politik doch in das persönliche Leben ein. Der Bürger empfindet das als ungewolltes Eingreifen – während der Politiker denkt, er kümmere sich um die Bürger. Würde der Politiker sich wirklich für die Belange und Bedürfnisse der Bürger einsetzen, nähme auch das Desinteresse der Bürger ab.
Die Problematik, dass die Politik ungewollt in das eigene Leben eingreift, obwohl man ihr mit Desinteresse gegenüber stehen möchte, thematisiert auch Schnitzlers Stück Professor Bernhardi| 40 |. Der jüdische Arzt Bernhardi verwehrt dem Pfarrer die letzte Ölung einer Sterbenden.| 41 | Daraus entwickelt sich nach Farese „eine große Affäre. Von einer Beleidigung der katholischen Religion durch einen Juden ist die Rede, die Antisemiten geraten in Fahrt, und Bernhardi wird seines Amtes enthoben“| 42 |. Dass es des Weiteren gar zu einer politischen Interpellation kommt| 43 |, hätte Bernhardi nicht mal angenommen. Die Sterbende war trotz ihres Zustandes in dem Glauben, genesen zu sein. Bernhardi verstand es als seine ärztliche Pflicht, die Sterbende in diesem Glauben zu belassen. Er sah es gar als menschliches Verhalten an, die Patientin glücklich – ohne Sorgen und Reue – sterben zu lassen.| 44 | Dass ein Verhalten, das man für eine Bagatelle erachtet hat, solch eine politische Brisanz gewinnen kann, ist ein Beispiel dafür, dass die Politik ein Spiel oder eine Komödie mit den Bürgern treibt, gerade wenn sie dieser eigentlich mit Desinteresse gegenüberstehen (wollen). Der Politiker ist häufig ein Mensch, der sprunghaft denkt, zweckgerichtet handelt, zuweilen so, wie es ihm in dem jeweiligen Augenblick passt – oder wie es zumindest der Partei in diesem Moment passt. Dass die Politiker um die Komödie wissen, die sie mit den Bürgern treiben, verdeutlicht folgender längerer Aphorismus von Schnitzler:

Es liegt im Wesen der Politik, daß sie durchaus zweckhaft gerichtet sein muß, daß also ethische Motive, so häufig solche auch vorgeschützt werden, überhaupt nicht in Frage kommen dürfen. Daß innerhalb einer solchen Atmosphäre absolute und dauernde, daß geistige oder sittliche Werte niemals in ihr gedeihen können – wer könnte daran zweifeln. – Unter den Politikern selbst wird es kaum einen geben, der sich der Komödie nicht bewußt wäre, die er mit größerem oder geringerem Talent, je nachdem in verwegener, leichtfertiger, törichter oder witziger Art, seiner Partei, seinem Vaterland, ja der gesamten Menschheit berufsmäßig vorzuagieren verpflichtet ist; und das Publikum merkt es auch oft genug. Das Unglück ist nur, daß von dieser politischen Atmosphäre aus nach physikalisch-spirituellen Gesetzen eine Vergiftung auch der angrenzenden geistigen Luftschichten mit Notwendigkeit stattfinden muß, daß solchermaßen Verwirrung aller Moralbegriff vom politischen Horizonte aus, der über der gesamten Kulturmenschheit dunstet, sich immer weiter verbreitet, und daß dieser Vergiftung kein Mensch, insofern er Staatsbürger, also politisches Geschöpf ist, sich vollkommen zu entziehen vermag. Und mancher gibt sich ihr vielleicht um so williger hin, als er in dieser politischen Benommenheit sich mancher Verantwortlichkeit entledigt sieht, sowohl intellektueller als moralischer Natur, die ihm als privatem Individuum das Leben zu erschweren geeignet waren.| 45 |

Da dieses komödienhafte Spiel der Politiker solch eine negative Atmosphäre evoziert, fühlen sich viele Bürger dem Handeln der Politiker ausgeliefert. Manch ein Bürger lässt sich gar soweit von der Politik oder der politisch gefärbten Atmosphäre einnehmen, dass er ihr die Verantwortung für eigene Verhaltensweisen zuschiebt. Obgleich Politiker sich häufig als fragliche Vorbilder erweisen, fangen viele Bürger an, diese nachzuahmen: Als ob die Täuschungen oder Irrtümer, die die Politik den Bürgern vorführt, nicht schon negativ genug wären, sieht sich manch einer noch zu solchen Selbsttäuschungen veranlasst.
Dass sich allerdings Täuschungen in Politikern auch als positiv erweisen können, erwähnt Schnitzler zumindest in dem weiter oben zitierten Aphorismus über Politiker, die auch individuelle oder innovative Meinungen gegenüber den anderen Positionen in der Partei| 46 | entwickeln können. Zusätzlich zu der „sympathische[n] Entdeckung“| 47 |, die Schnitzler dort anspricht, sind als Varianten der Täuschungen auch unverhoffte Wendungen zu integrieren: Wenn der Bürger um die Möglichkeiten der Täuschung durch manche Politiker weiß und sich diese – anstelle der Selbsttäuschungen – häufiger vergegenwärtigt, kann er die Situation insofern wenden, als dass er sich mit den Positionen solcher Politikern kritisch auseinandersetzt.
Auch ein nachdenklich-kritischer Bürger ist nicht vor Täuschungen sicher – vielleicht verhelfen sie ihm jedoch zu einer gesunden Portion Selbstkritik, so dass er besser mit ihnen zurechtkommen kann. Solch ein Bürger könnte manch einem Politiker wiederum, gar mit der Bereitschaft begegnen, sich zur Abwechslung auch gerne täuschen zu lassen: Denn aus der Überraschung, wenn es der Bürger schafft, dass sich manch Politiker seiner Kritik annimmt, kann ein furchtbarer Dialog erwachsen, aus welchem beide auf ihre Art positiv stimmende Veränderungen wieder in die Gesellschaft hineintragen können.
 
Bei oben stehendem Text handelt es sich um einen (gering modifizierten) Auszug aus der Arbeit „Aphoristik als Gattung oder Arthur Schnitzler Aphorismen unter verschiedenen Aspekten der Täuschung“ (Typoscript April 2005, 74 S.)

E. Blume, 30. September 2007

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  | 1 | Perlmann, Michaela L.: Arthur Schnitzler. München 1987. S. 184f.

  | 2 | Freud, Sigmund: Abriß der Psychoanalyse. Einführende Darstellungen. Mit einer Einleitung von F.-W. Eickhoff. Frankfurt am Main 2001 (8. Aufl.). S. 42. Bei „[im Es]“ ist die Einsetzung in den eckigen Klammern bereits im Zitat vorgenommen worden; die Klammersetzung wurde an dieser Stelle nur übernommen.

  | 3 | Ebd., S. 42. Hier wird Fußnote 1 zitiert, die F.-W. Eickhoff Freuds Abriß der Psychoanalyse in Anlehnung an seine Einleitung beigefügt hat: Vgl. Eickhoff, F.-W.: Einleitung. In: Freud, Sigmund: Abriß der Psychoanalyse. Einführende Darstellungen. Mit einer Einleitung von F.-W. Eickhoff. Frankfurt am Main 2001 (8. Aufl.). S. 7-37, hier S. 22f.

  | 4 | Ebd., S. 42.

  | 5 | Vgl. Perlmann, Michaela L.: Arthur Schnitzler. a. a. O., S. 184.

  | 6 | Piel, Edgar: Wenn Dichter lügen... Literatur als Menschenforschung. Zürich und Osnabrück 1988. S. 126.

  | 7 | Die Reichweite und Konsequenzen der Verantwortung für Täuschungen führt die Arbeit im anschließenden Kap. „Wahrheit noch als philosophische Größe oder Sprache als Lüge“ aus.

  | 8 | Freud, Sigmund: Abriß der Psychoanalyse. a. a. O., S. 43.

  | 9 | Ebd., S. 101

| 10 | Ebd., S. 101.

| 11 | Perlmann, Michaela L.: Arthur Schnitzler. a. a. O., S. 185.

| 12 | Schnitzler, Arthur: Aphorismen und Betrachtungen. Hrsg. Robert O. Weiss. Frankfurt am Main 1967. S. 455.

| 13 | Ebd., S. 455.

| 14 | Freud, Sigmund: Abriß der Psychoanalyse. a. a. O., S. 55.

| 15 | Schnitzler, Arthur: Über Psychoanalyse. In: Protokolle. Wiener Halbjahresschrift für Literatur, bildende Kunst und Musik. Heft 2. S. 277-284, hier S. 283.

| 16 | Perlmann, Michaela L.: Arthur Schnitzler. a. a. O., S. 185.

| 17 | Schnitzler, Arthur: Aphorismen und Betrachtungen. a. a. O., S. 50.

| 18 | Ebd., S. 273.

| 19 | Ebd., S. 277.

| 20 | Ebd., S. 53.

| 21 | Ebd. Die in Aphorismen und Betrachtungen enthaltene Schrift Der Geist im Wort und Der Geist in der Tat geht von S. 135 bis S. 166.

| 22 | Ebd. Das Kapitel Zu den Diagrammen geht von S. 346 bis S. 362.

| 23 | Ebd., S. 137f.

| 24 | Ebd., S. 137.

| 25 | Ebd., S. 138.

| 26 | Ebd., S. 138.

| 27 | Ebd., S. 354.

| 28 | Ebd., S. 138.

| 29 | Vgl. ebd., S. 138f.

| 30 | Ebd., S. 358.

| 31 | Ebd., S. 96.

| 32 | Vgl. ebd., S. 137 und 358.

| 33 | Ebd., S. 94.

| 34 | Vgl. ebd., S. 137f.

| 35 | Vgl. ebd., S. 137f. und 146

| 36 | Ebd., S. 147. Schnitzler verwendet hier den Begriff ‚Spruch’ für ein ‚geflügeltes Wort’. Bei dem „Spruch, daß der Zweck die Mittel heilige“ (S. 147), handelt es sich um ein geflügeltes Wort von Hermann Busenbaum (1600-1668), das wiederum auf einen lateinischen jesuitischen Grundsatz zurückgeht. Vgl. Georg Büchmann: Geflügelte Worte. Der große Büchmann. Bearbeiter: Jürgen Bolz und Claudia Krader. München 2003. S. 212.

| 37 | Vgl. Perlmann, Michaela L.: Arthur Schnitzler. a. a. O., S.187. Vgl. Giuseppe Farese: Arthur Schnitzler. Ein Leben in Wien 1862-1931. Aus dem Italienischen übersetzt von Karin Krieger. München 1999. S. 288.

| 38 | Schnitzler, Arthur: Aphorismen und Betrachtungen. a. a. O., S. 81.

| 39 | Ebd., S. 95.

| 40 | Vgl. Schnitzler, Arthur: Professor Bernhardi. In: Die Theaterstücke von Arthur Schnitzler. Ergänzungsband V. Berlin 1922. S. 11-164.

| 41 | Ebd., S. 34f.

| 42 | Farese, Giuseppe: Arthur Schnitzler. a. a. O., S. 160.

| 43 | Vgl. Schnitzler, Arthur: Professor Bernhardi. a. a. O., S. 84ff.

| 44 | Ebd., S. 32f.

| 45 | Schnitzler, Arthur: Aphorismen und Betrachtungen. a. a. O., S. 83f.

| 46 | Vgl. ebd., S. 94.

| 47 | Ebd., S. 94.

Über A. Schnitzler

» Giuseppe Farese: Arthur Schnitzler. Ein Leben in Wien 1862-1931. Aus dem Italienischen übersetzt von Karin Krieger.

» Gerwin Marahrens: Struktur, Gehalt und Bedeutung der Aphorismen im Werk Arthur Schnitzlers. In: Die Seele ... ist ein weites Land. Kritische Beiträge zum Werk Arthur Schnitzlers Hrsg. von Joseph P. Strelka. S. 81-106.

» Michaela L. Perlmann: Arthur Schnitzler.

» Zdenko Škreb: Arthur Schnitzlers Kunst des Aphorismus. In: Studien zur Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts in Österreich. Hrsg. von Johann Holzner [u.a.]. Festschrift für Alfred Doppler zum 60. Geburtstag. S. 79-88.

» Rainer Noltenius: Hoffmannsthal – Schröder – Schnitzler. Möglichkeiten und Grenzen des modernen Aphorismus.