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Arthur Schopenhauer (* 1788; † 1860)

Zu Dem, was Einer hat, habe ich Frau und Kinder nicht gerechnet; da er von diesen vielmehr gehabt wird.| 1 |

Arthur Schopenhauer wurde am 22. Februar 1788 als Sohn des Kaufmanns Heinrich Floris Schopenhauer und der Schriftstellerin sowie späteren Inhaberin eines literarischen Salons, Johanna Schopenhauer, geb. Trosiener, in Danzig geboren. Die Familie siedelte 1793 nach Hamburg über. Eine Sprach- und Bildungsreise führte ihn 1803 und 1804 durch mehrere europäische Länder. Nach dem Tod des Vaters 1805 und der Auflösung des Geschäftes 1806 zog Schopenhauer mit Mutter und Schwester Adele (1797–1849) nach Weimar. Finanziell unabhängig durch die Erbschaft konnte er seinen Studien, anfangs Medizin, später Philosophie, in Göttingen nachgehen. 1813 dissertierte er mit der Schrift Ueber die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde. Nach einer kurzen Zusammenarbeit mit Goethe im Winter 1813/14 („Zur Farbenlehre“, Kap. 7 in Parerga und Paralipomena, II/I) zog er nach Dresden. Sein 1819 erschienenes stark pessimistisches Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung formuliert als eines der ersten Bücher der deutschen Philosophie buddhistische Gedanken. 1820 kam es an der Berliner Universität zum Streit mit Hegel, dessen gleichzeitig stattfindende Vorlesungen besser besucht waren, und zu einer Distanzierung von der Universitätsphilosophie. Seine Mutter, mit der er sich schon Jahre zuvor überworfen hatte, starb 1838. 1851 erschienen die Parerga und Paralipomena, welche die deutlich an der französischen und spanischen Moralistik orientierten Aphorismen zur Lebensweisheit enthalten. Am 21. September 1860 erlag Schopenhauer in Franfurt am Main, wo er seit 1831 lebte, einer Lungenentzündung. Arthur Schopenhauers Philosophie – sein grundsätzlicher Pessimismus, seine auf dem Mitleid beruhende Ethik, die Betonung der Wahrnehmungsabhängigkeit (Vorstellung) der ,Außenwelt’ – hatte einen immensen Einfluss auf die Geistesgeschichte, insb. auf den frühen Nietzsche und auf Thomas Mann.

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  | 1 | Arthur Schopenhauer, Zürcher Ausgabe, Werke in zehn Bänden, Zürich: Diogenes, 1977, Bd. VIII, S. 385.

Bücher

» Arthur Schopenhauer, Gesammelte Werke. 10 Bände.