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Georg Christoph Lichtenberg (* 1742; † 1799)

Der Pöbel ruiniert sich durch das Fleisch, das wider den Geist, und der Gelehrte durch den Geist, dem zu sehr wider den Leib gelüstet.| 1 |

Georg Christoph Lichtenberg wurde als jüngstes von 17 Kindern einer Pfarrersfamilie 1742 in Ober-Ramstadt geboren. Umzug der Familie nach Darmstadt 1745, wo er bis 1752 lebte. Infolge einer Rachitis litt Lichtenberg zeit Lebens unter einer zunehmenden Wirbelsäulenverkrümmung, die ab 1789 zu schweren Asthmaanfällen und schließlich auch zu seinem Tod führte. Zwischen 1763 und 1767 studierte Lichtenberg in Göttingen Mathematik, Physik, Baukunst, Ästhetik, engl. Sprache und Literatur (Einflüsse Bacons), Staatengeschichte Europas, Diplomatik (Urkundenlehre) und Philosophie. Seine bis zu seinem Tod geführten Tagebuchaufzeichnungen (Sudelbücher) beginnen ungefähr zum Jahreswechsel 1764/1765. Zwei große Reisen führten ihn 1770 und 1774/1775 nach England. Lichtenberg bestimmte in den Jahren 1772/1773 die geographischen Positionen der Städte Hannover, Osnabrück und Stade und erfand 1780 den Blitzableiter. Er gab das damals führende Physik-Lehrbuch Johann Christian Polycarp Erxlebens Anfangsgründe der Naturlehre. Mit Zusätzen von G. C. Lichtenberg heraus, das in viele Sprachen übersetzt wurde. 1782 starb seine große Liebe Maria Dorothea Stechardin im Alter von 17 Jahren. 1789 heirate er sein Hausmädchen Margarethe Kellner. Aus dieser Ehe gingen acht Kinder hervor. Lichtenberg starb 1799 in Göttingen.

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  | 1 | Sudelbücher, B 21.

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