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Karl Kraus (* 1874; † 1936)

„Es handelt sich in diesem Krieg –“ „Jawohl, es handelt sich in diesem Krieg!“| 1 |

Karl Kraus wurde am 28. April 1874 im nordböhmischen Gitschin (heute: Jièín, Tschechien) als Sohn eines jüdischen Kaufmanns und Fabrikanten geboren. 1877 zog die Familie nach Wien um. Nach dem Abitur (1892) studierte Kraus Jura, Philosophie und Germanistik in Wien, brach sein Studium allerdings wieder ab. Am 1. April 1899 erschien zum ersten Mal seine Zeitschrift Die Fackel, von der er bis Februar 1936 insgesamt 922 Ausgaben veröffentlichte – ab 1911 ausschließlich mit eigenen Beiträgen. Freundschaften mit den Schriftstellern Arthur Schnitzler, Hugo von Hofmannsthal, Peter Altenberg und dem Architekten Adolf Loos. Kraus begriff seine publizistische Tätigkeit als Kampf gegen die Verlogenheit eines sensationslüsternen Journalismus, gegen die bürgerliche Doppelmoral (Sittlichkeit und Kriminalität, 1908) und gegen jedwede Kriegsbegeisterung (das satirische Drama Die letzten Tage der Menschheit, 1918/19). Erste Aphorismen publizierte Kraus 1909 in dem Band Sprüche und Widersprüche. Als Antwort auf die nationalsozialistische Diktatur in Deutschland schrieb er 1933/34 Die dritte Walpurgisnacht (mit dem berühmten ersten Satz: „Mir fällt zu Hitler nichts ein“). Das geplante Fackel-Heft mit diesem Aufsatz wurde von Kraus zurückgehalten, da er Freunde in Deutschland nicht in Gefahr bringen wollte und erschien erst posthum 1952. Am 12. Juni 1936 starb Kraus in Wien.

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  | 1 | Schriften (hrsg. von Christian Wagenknecht), Band 8: Aphorismen. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1986, S. 387.

Bücher

» Schriften, hrsg. von Christian Wagenknecht, 20 Bände, Band 8: Aphorismen.

» Nachts. Aphorismen.

» Pro domo et mundo. Aphorismen.

» Sprüche und Widersprüche. Aphorismen.