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Max Bernstein (* 1854; † 1925)

Wer den Ausdruck des Mißfallens verbietet, der ist nicht mehr weit davon entfernt, den Ausdruck des Beifalls zu befehlen.| 1 |

Max Bernstein war als Organisator, Kunst- und Theaterkritiker eine zentrale Figur im literarischen Leben des Kaiserreichs und als führender Rechtsanwalt der politischen und künstlerischen Opposition eine von den Behörden gefürchtete Instanz im Kampf gegen Zensur und Obrigkeit. Ihm ist z. B. die Durchsetzung Ibsens, Hauptmanns und des Naturalismus zu verdanken. In den 1880er Jahren verteidigte er die SPD und trug mit zum Ende der Sozialistengesetze bei. Außerdem unterhielt er mit seiner Frau Elsa einen bedeutenden literarischen Salon. Er veröffentliche keine Aphorismenbände, sondern baute Aphorismen und aphoristische Ideen ein in seine politischen Vorträge und Gerichtsreden, aber auch in seine Unterhaltungsluststücke. 1925 starb Max Bernstein in München. Sein Nachlass mit seinen Notizbüchern (in denen die meisten seiner Aphorismen gestanden haben dürften) wurde 1939 von den Nationalsozialisten konfisziert und ist seither spurlos verschwunden.
 
Der Webmaster dankt Dr. Jürgen Joachimsthaler für oben stehende Kurzbiographie.

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  | 1 | Berliner Tageblatt, Nr. 129, 11.3.1892.

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keine Aphorismenbände